Kindergarteneingewöhnung & Schlaf: Warum dein Kind plötzlich schlechter schläft
Aktualisiert: vor 22 Stunden
Die Kindergarteneingewöhnung läuft eigentlich ganz gut. Dein Kind beginnt, sich wohlzufühlen, und langsam kehrt ein bisschen Alltag ein.
Und ausgerechnet jetzt wird der Schlaf unruhiger.
Vielleicht dauert das Einschlafen plötzlich länger oder dein Kind möchte dich abends wieder ganz nah bei sich haben. Vielleicht schläft es sogar erstaunlich schnell ein – dafür werden die Nächte unruhiger.
Und du fragst dich: Warum gerade jetzt? Wir waren beim Schlaf doch schon so weit.
Dass sich der Schlaf während der Kindergarteneingewöhnung verändert, ist gar nicht so ungewöhnlich. Denn vielleicht hat sich nicht nur der Schlaf deines Kindes verändert.
Gerade verändert sich ziemlich viel in seiner kleinen Welt.
Kindergarteneingewöhnung ist eine große Entwicklungsaufgabe
Mit dem Kindergarten wird die Welt deines Kindes ein ganzes Stück größer.
Es lernt einen neuen Ort kennen und beginnt, Vertrauen zu weiteren Bezugspersonen aufzubauen.
Gleichzeitig macht dein Kind eine ganz wichtige Erfahrung: Du gehst – und du kommst wieder.
Was für uns Erwachsene selbstverständlich klingt, muss ein kleines Kind erst erleben. Immer und immer wieder, bis daraus langsam Sicherheit wachsen kann.
Und auch wenn dein Kind morgens schon fröhlich in den Kindergarten geht und sich dort zunehmend wohlfühlt, kann all das viel Kraft kosten.
Denn sich wohlzufühlen und trotzdem viel verarbeiten zu müssen, schließt sich nicht aus.
Manchmal zeigt sich das erst zu Hause. Dort, wo dein Kind sich sicher fühlt und loslassen kann.
Warum dein Kind seit der Kindergarteneingewöhnung schlechter schlafen kann
Schlaf braucht Sicherheit.
Um einschlafen und gut weiterschlafen zu können, müssen wir ein Stück weit loslassen können. Und genau das kann nach einem aufregenden Kindergartentag manchmal schwieriger sein.
Vielleicht dauert das Einschlafen plötzlich wieder länger. Vielleicht sucht dein Kind nachts häufiger nach dir. Oder es fällt abends innerhalb kürzester Zeit in den Schlaf und die Nacht wird trotzdem unruhig.
Das bedeutet nicht automatisch, dass sein Schlaf grundsätzlich schlechter geworden ist. Und schon gar nicht, dass ihr etwas falsch gemacht habt.
Vielleicht braucht dein Kind gerade einfach mehr Unterstützung dabei, all das Neue zu verarbeiten und wieder zur Ruhe zu finden.
Tagsüber hat es viel geleistet. Zu Hause sucht es dann dort Sicherheit, wo sie ihm besonders vertraut ist: bei dir.
Wenn dein Kind beim Einschlafen wieder mehr Nähe braucht
Vielleicht ging das Einschlafen vor der Eingewöhnung schon recht unkompliziert. Und plötzlich möchte dein Kind wieder länger kuscheln oder braucht deine Hand, um in den Schlaf zu finden.
Das darf sein.
Gerade während einer Kindergarteneingewöhnung würde ich nicht gleichzeitig versuchen, die Einschlafbegleitung zu reduzieren, nur aus Sorge, dein Kind könnte sich daran gewöhnen.
Deine Nähe kann deinem Kind helfen, nach einem langen Tag wieder herunterzufahren. Körperkontakt kann regulieren und Sicherheit geben.
Manchmal braucht dein Kind nach vielen Stunden außerhalb der Familie einfach wieder ein bisschen mehr von dir.
Das heißt nicht, dass es für immer so bleiben wird.
Kindergarteneingewöhnung: Auch der Mittagsschlaf verändert sich
Nicht alles, was sich während der Eingewöhnung beim Schlaf zeigt, hat mit emotionaler Verarbeitung zu tun.
Mit dem Kindergarten verändert sich oft auch der Tagesrhythmus. Vielleicht findet der Mittagsschlaf dort zu einer anderen Zeit statt oder fällt plötzlich ganz weg.
Und damit fehlt deinem Kind möglicherweise Schlaf, den es eigentlich noch braucht.
Gerade dann hält sich hartnäckig die Vorstellung:
Wenn mein Kind tagsüber weniger schläft, ist es abends richtig müde und schläft nachts besser.
So einfach funktioniert Kinderschlaf nicht.
Sehr viel Müdigkeit bedeutet nicht automatisch eine ruhigere Nacht.
Manche Kinder fallen nach einem langen Kindergartentag abends sogar erstaunlich schnell in den Schlaf. Das kann zunächst den Eindruck machen, dass der neue Rhythmus gut passt.
Und trotzdem kann die Nacht deutlich unruhiger werden.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur darauf zu schauen, wie schnell dein Kind am Abend einschläft. Viel interessanter ist, wie es über die gesamte Nacht schläft und wie es ihm am nächsten Tag damit geht.
Kann ein kurzer Nachmittagsnap nach dem Kindergarten helfen?
Ja, manchmal sogar sehr.
Wenn der Mittagsschlaf im Kindergarten plötzlich wegfällt oder sich verändert, lohnt es sich, dein Kind am Nachmittag besonders gut zu beobachten.
Manchmal kann schon ein kleiner, kurzer Nap am Nachmittag erstaunlich viel verändern.
Er nimmt etwas von der großen Müdigkeit und hilft deinem Kind, besser durch den restlichen Tag zu kommen. Bei manchen Kindern werden dadurch auch die Nächte wieder ruhiger.
Natürlich passt das nicht für jedes Kind. Ein später Nap kann genauso dazu führen, dass am Abend noch nicht genügend Schlafdruck da ist.
Deshalb gibt es auch hier keine Uhrzeit und keine Tabelle, die für jedes Kind passt.
Schau auf dein Kind.
Wie geht es ihm nach dem Kindergarten? Ist noch Energie für den Nachmittag da oder merkst du, dass eigentlich nichts mehr geht?
Genau hier kommt einer meiner wichtigsten Sätze aus der Schlafberatung ins Spiel:
Weg von der Uhr und Apps, hin zum Kind.
Denn Schlafbedarf ist individuell. Und gerade während einer Kindergarteneingewöhnung darf sich der Rhythmus erst einmal neu finden.
Was hilft deinem Kind beim Schlafen während der Eingewöhnung?
Ich würde während einer Eingewöhnung nicht zu viele Dinge gleichzeitig verändern. Dein Kind hat gerade schon genug Neues zu bewältigen.
Vertraute Abläufe am Abend können jetzt besonders guttun. Dabei braucht es keinen perfekten Ablauf und schon gar keinen minutiösen Zeitplan.
Viel wichtiger ist das Gefühl: Das kenne ich. Hier kann ich langsam zur Ruhe kommen.
Auch die Zeit direkt nach dem Kindergarten darf bewusst ruhig sein.
Manche Kinder möchten erst einmal ganz nah bei Mama oder Papa sein. Andere müssen sich bewegen oder möchten zu Hause einfach in ihr vertrautes Spiel eintauchen.
Es gibt nicht die eine richtige Art, einen Kindergartentag zu verarbeiten.
Du darfst beobachten, was deinem Kind guttut – und was euch als Familie guttut.
Wenn dein Kind nachts plötzlich wieder häufiger aufwacht
Wenn dein Kind seit der Kindergarteneingewöhnung nachts häufiger wach wird, würde ich nicht zuerst überlegen:
Wie bekomme ich das Aufwachen wieder weg?
Viel hilfreicher finde ich zunächst die Frage:
Was braucht mein Kind gerade, wenn es nachts nach mir sucht?
Vielleicht ist es im Moment wieder mehr Körperkontakt. Vielleicht möchte dein Kind eine Zeit lang näher bei dir schlafen oder braucht deine vertraute Begleitung, um wieder in den Schlaf zu finden.
Du musst daraus keine Entscheidung für die nächsten Monate machen.
Ihr dürft eine Lösung für das Jetzt finden. Eine, die deinem Kind Sicherheit gibt und gleichzeitig für euch als Familie machbar ist.
Wenn die Eingewöhnung irgendwann nicht mehr so viel Kraft kostet und wieder mehr Ruhe eingekehrt ist, könnt ihr immer noch schauen, ob ihr etwas verändern möchtet.
Wann kann eine Schlafberatung sinnvoll sein?
Natürlich ist nicht jede unruhige Nacht während der Kindergartenzeit automatisch eine Folge der Eingewöhnung.
Wenn das Einschlafen oder die Nächte euch über längere Zeit viel Kraft kosten, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Auch der individuelle Schlafbedarf und der veränderte Tagesrhythmus können eine Rolle spielen.
In meiner bindungs- und bedürfnisorientierten Schlafberatung für Babys und Kleinkinder in Wien, Mödling und online schauen wir deshalb nicht nur darauf, wie dein Kind schläft sondern auch warum es gerade so schläft.
Wenn du dir auch mehr Begleitung wünschst, findest du hier mein Angebot: https://www.mamamiaberatung.com/schlafberatung-fuer-babys-und-kinder
Mehr Nähe während der Eingewöhnung ist kein Rückschritt
Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke, den ich dir mitgeben möchte:
Wenn dein Kind während der Kindergarteneingewöhnung plötzlich wieder mehr von dir braucht, habt ihr nichts verloren, was ihr euch beim Schlaf schon „erarbeitet“ habt.
Entwicklung verläuft nicht geradeaus.
Manchmal braucht dein Kind seinen sicheren Hafen gerade dann wieder ein bisschen mehr, wenn seine Welt größer wird.
Diese Sicherheit hält dein Kind nicht davon ab, selbstständiger zu werden. Sie ist die Basis, von der aus es sich wieder ein Stück weiter hinauswagen kann.



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