top of page

Überfordert als Mama? Wenn der eigene Anspruch zu viel wird

Autorenbild: dschuster70
dschuster70
2. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Sept.

Vielleicht kennst du diese Tage, an denen es eigentlich ganz gut läuft.

Du hast Geduld und kannst dein Kind auch durch schwierige Momente ruhig begleiten. Nicht alles läuft rund. Aber du fühlst dich grundsätzlich wohl damit, wie du reagierst.


Und dann gibt es diese anderen Tage.

Plötzlich reicht eine Kleinigkeit. Du wirst lauter, obwohl du es anders machen wolltest. Oder du merkst, dass du eigentlich nur noch möchtest, dass für einen Moment niemand etwas von dir braucht.


Kurz darauf kommt das schlechte Gewissen: Das hätte ich besser machen müssen.


Vielleicht fragst du dich sogar: Warum schaffe ich es nicht, die Mama zu sein, die ich eigentlich sein möchte?


Sich als Mama überfordert zu fühlen, kann viele Gründe haben. Einer davon wird oft übersehen: der hohe Anspruch, den wir an uns selbst und unsere Rolle als Mutter haben.


Der hohe Anspruch an uns selbst als Mamas

Viele Mamas wissen heute sehr genau, wie sie ihre Kinder begleiten möchten.

Wir beschäftigen uns damit, was Kinder brauchen und wie wir mit ihnen in Beziehung sein wollen. Vielleicht gibt es auch Dinge aus der eigenen Kindheit, die wir ganz bewusst anders machen möchten.


Dieses Wissen kann Sicherheit geben. Gleichzeitig kann daraus ein ziemlich hoher Anspruch an uns selbst entstehen.


Wir haben eine Vorstellung davon, wie wir als Mama sein möchten. Besonders dann, wenn unser Kind wütend ist oder es im Alltag schwierig wird.

Und fast unbemerkt entsteht daraus ein Bild davon, wie eine gute Mama sein sollte.


Nur trifft dieses Bild auf einen ganz normalen Familienalltag. Und da gibt es eben auch Tage, an denen wir müde sind oder wenig Geduld haben.

Zu wissen, wie wir gerne reagieren möchten, bedeutet nicht, dass uns das auch immer gelingt.


„Ich weiß es doch eigentlich besser.“

In diesem Satz steckt so viel Wissen und gleichzeitig so viel Druck.


Denn Wissen schützt uns nicht davor, an unsere Grenzen zu kommen. Es sorgt auch nicht dafür, dass wir in jedem Konflikt so reagieren können, wie wir es uns vorgenommen haben.


Trotzdem bleiben oft genau die Situationen im Kopf, in denen es nicht gelungen ist.

Der Tag kann eigentlich schön gewesen sein. Am Abend denken wir trotzdem vor allem an den einen Moment, in dem wir zu laut waren.


Warum war ich so genervt? Hätte ich das nicht anders lösen können?


Und aus einem schwierigen Moment wird plötzlich eine viel größere Frage:

Bin ich eigentlich die Mama, die ich sein möchte?


Überlastet als Mama - und dann kommt das schlechte Gewissen.

Gerade wenn wir uns intensiv damit beschäftigen, wie wir unsere Kinder begleiten möchten, kann das schlechte Gewissen besonders groß werden.

Denn wir wissen ja, wie wir gerne reagieren würden.


Wenn es uns dann nicht gelingt, zweifeln wir schnell an uns selbst.


Dabei macht ein schwieriger Moment nicht all die anderen Momente zunichte, in denen wir für unsere Kinder da sind.


Vielleicht müssen wir unseren Anspruch auch gar nicht loslassen. Aber wir dürfen ihn menschlicher machen.


Bindungs- und bedürfnisorientiert zu begleiten bedeutet nicht, immer ruhig zu bleiben. Und auch nicht, jede Situation pädagogisch „richtig“ lösen zu müssen.


Auch eine liebevolle Mama kommt an ihre Grenzen.


Kinder brauchen keine perfekte Mama

Beziehung bedeutet nicht, keine Fehler zu machen.


Es geht auch darum, nach schwierigen Situationen wieder zueinanderzufinden.

Wir können merken, wenn etwas nicht gut gelaufen ist. Und wir können wieder auf unser Kind zugehen und sagen: „Das war gerade nicht in Ordnung von mir.“

Damit übernehmen wir Verantwortung. Unser Kind muss nicht die Verantwortung für unsere Reaktion tragen.


Vielleicht ist genau das der wichtige Unterschied:

Verantwortung übernehmen, ohne sich selbst dafür fertigzumachen.


Wenn der eigene Anspruch als Mama zur Belastung wird

Manchmal merken wir, dass uns der Wunsch, eine gute Mama zu sein, nicht mehr hilft. Stattdessen setzt er uns immer mehr unter Druck.


Wir denken lange über Situationen nach. Fragen uns, was wir hätten anders machen sollen. Und übersehen dabei schnell all die Momente, die eigentlich gut gelaufen sind.

Dann braucht es vielleicht nicht noch mehr Wissen darüber, wie wir es beim nächsten Mal besser machen können.


Vielleicht lohnt es sich, an einer anderen Stelle hinzuschauen:


Warum glaube ich eigentlich, es immer richtig machen zu müssen?


Woher kommt meine Vorstellung davon, wie ich als Mama sein sollte? Und ist darin eigentlich auch Platz für mich – mit meinen Grenzen und meinen weniger guten Tagen?


Beratung für Mamas bei Überforderung und Selbstzweifeln

Genau solche Themen haben in meiner psychosozialen Beratung für Mamas Platz.


Dabei geht es nicht darum, dir zu zeigen, wie du eine „bessere Mama“ wirst.

Wir schauen gemeinsam darauf, was dich gerade beschäftigt. Woher kommt der Druck, den du spürst? Und was könnte dir helfen, wieder einen anderen Blick auf dich selbst zu bekommen?

Du musst dafür nicht erst an einem Punkt sein, an dem gar nichts mehr geht.


Vielleicht funktioniert euer Alltag nach außen sogar ganz gut. Und trotzdem merkst du, dass du oft an dir zweifelst. Vielleicht begleitet dich immer wieder das Gefühl, als Mama nicht gut genug zu sein.


Auch das darf Grund genug sein, genauer hinzuschauen.


Denn Kinder brauchen keine perfekte Mama. Sie brauchen eine echte Beziehung, in der auch Fehler Platz haben dürfen. Und vielleicht dürfen wir uns selbst genau das ein bisschen öfter zugestehen.


Du fühlst dich als Mama überfordert und erkennst dich wieder?

Wenn du beim Lesen gedacht hast: „Ja, genau so geht es mir“, musst du diese Gedanken nicht alleine mit dir ausmachen.


In meiner psychosozialen Beratung für Mamas hast du 50 Minuten Raum für dich und das, was dich gerade beschäftigt.


Ohne Bewertung. Und ohne den nächsten Anspruch, dem du gerecht werden musst.


Kommentare


bottom of page