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Einsamkeit als Mama: Warum der Alltag voll ist und trotzdem etwas fehlen kann

Autorenbild: dschuster70
dschuster70
4. Sept.
4 Min. Lesezeit

Du bist den ganzen Tag beschäftigt und eigentlich selten allein.


Und trotzdem fehlt dir etwas.


Dieses Gefühl begegnet mir auch in meinen Beratungen immer wieder. Mamas erzählen davon, dass ihre Tage komplett ausgefüllt sind und sie abends trotzdem das Gefühl haben, kaum etwas gemacht zu haben, das wirklich ihnen selbst gehört hat.

Gerade in der ersten Zeit mit Baby kann sich das ziemlich widersprüchlich anfühlen.


Wenn im Mama-Alltag kaum Ruhe einkehrt

Mit einem Baby gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Und wenn gerade nichts zu tun ist, gibt es meistens etwas, woran man denken muss.

Dazwischen läuft die Waschmaschine und nebenbei überlegst du schon, wann eigentlich die nächste Kleidergröße dran ist.


Es sind viele kleine Gedanken, die für sich genommen gar nicht so groß erscheinen. In Summe sorgen sie aber dafür, dass innerlich kaum Ruhe einkehrt.


Und gleichzeitig fehlt manchmal genau die Art von Beschäftigung, die uns vorher ganz selbstverständlich durch den Alltag begleitet hat.


Sich in etwas zu vertiefen, weil es einen interessiert. Bei einem Gedanken zu bleiben oder ein Gespräch zu führen, ohne ständig unterbrochen zu werden.

Care-Arbeit ist deshalb keineswegs anspruchslos. Ganz im Gegenteil. Sie fordert uns enorm – nur eben anders.


So kann etwas entstehen, das auf den ersten Blick gar nicht zusammenpasst: Man ist ständig gefordert und sehnt sich gleichzeitig nach geistiger Anregung.


Wenn dazu noch der eigene Anspruch kommt, allem gerecht werden zu wollen, kann das zusätzlich belasten. Mehr dazu findest du in meinem Artikel „Überfordert als Mama? Wenn der eigene Anspruch zu viel wird“: https://www.mamamiaberatung.com/post/%C3%BCberfordert-als-mama


Wenn Selbstbestimmung im Mama-Alltag plötzlich fehlt

Dazu kommt etwas, das wir oft erst bemerken, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist: Über die eigene Zeit bestimmen zu können.


Vor einem Baby denken vermutlich die wenigsten darüber nach, wie viel Selbstbestimmung eigentlich in einem ganz normalen Alltag steckt.


Du trinkst deinen Kaffee, weil du gerade Lust darauf hast. Vielleicht liest du noch ein paar Seiten weiter, weil das Buch spannend ist. Oder du machst einfach mal nichts.


Mit Baby richtet sich vieles danach, was gerade möglich ist.


Der Kaffee wird getrunken, wenn es sich ausgeht. Das Buch bleibt liegen, sobald dich jemand braucht. Selbst die Pause findet oft nicht dann statt, wenn du sie brauchst, sondern dann, wenn sie gerade möglich ist.


Das klingt nach Kleinigkeiten. Aber genau diese Kleinigkeiten können auf Dauer etwas mit uns machen.


Denn Selbstbestimmung bedeutet nicht nur, große Entscheidungen für das eigene Leben treffen zu können. Sie zeigt sich auch in diesen kleinen Momenten, in denen wir unseren eigenen Bedürfnissen folgen können. Und genau dafür bleibt in der ersten Zeit mit Baby manchmal erstaunlich wenig Raum.


Einsamkeit als Mama – obwohl man nie allein ist

Vielleicht kennst du auch diesen Widerspruch:

Du bist eigentlich nie allein. Und trotzdem fühlst du dich manchmal einsam.

Da ist fast immer jemand bei dir. Jemand, den du liebst und wahnsinnig gerne um dich hast.


Und trotzdem kann etwas fehlen.


Denn Nähe bedeutet nicht automatisch Austausch.


Ein Baby kann uns unglaublich viel Nähe schenken. Aber es ist noch kein Gegenüber für ein Erwachsenengespräch.


Manchmal fehlt einfach jemand, mit dem man reden kann. Über das, was einen gerade beschäftigt – und vielleicht auch mal über etwas, das so gar nichts mit dem Baby zu tun hat.


Genau das macht Einsamkeit im Mamasein manchmal so schwer greifbar.


Man ist ständig in Beziehung und vermisst trotzdem Austausch.


Wenn sich ein voller Alltag trotzdem leer anfühlt

Vielleicht hängt all das viel stärker zusammen, als es zunächst scheint.


Wenn wenig Zeit wirklich selbstbestimmt ist, bleibt auch weniger Raum für das, was uns vorher ganz selbstverständlich gutgetan hat. Für eigene Interessen oder Gespräche, bei denen wir nicht mit einem Teil unserer Aufmerksamkeit schon wieder woanders sein müssen.


Gleichzeitig brauchen die vielen kleinen Dinge des Familienalltags Aufmerksamkeit.


Irgendwann entsteht vielleicht dieses schwer greifbare Gefühl:

Eigentlich ist mein ganzer Tag ausgefüllt. Warum fehlt mir trotzdem etwas?


Das kann irritieren. Schließlich hat man sich dieses Baby vielleicht von Herzen gewünscht und liebt diesen kleinen Menschen unendlich.

Wie kann man dann gleichzeitig etwas vermissen?


Vielleicht vermissen wir gar nicht unser altes Leben

Vielleicht ist es gar nicht unbedingt das Leben vor dem Kind, nach dem wir uns manchmal sehnen.

Sondern Seiten an uns selbst, die darin mehr Platz hatten.


Die Frau, die sich in etwas vertiefen konnte oder spontan entschieden hat, was sie mit ihrer Zeit machen möchte. Die ein Gespräch geführt hat, ohne gleichzeitig mit einem Teil ihrer Aufmerksamkeit bei einem kleinen Menschen zu sein.


Diese Frau ist mit dem Mamawerden nicht verschwunden.


Aber ein neuer Teil von uns nimmt plötzlich unglaublich viel Raum ein. Und manchmal dauert es eine Weile, bis auch die anderen Seiten von uns in diesem neuen Leben wieder ihren Platz finden.


Das steht nicht im Widerspruch dazu, sein Kind zu lieben oder gerne Mama zu sein.

Man darf sein neues Leben lieben und trotzdem manches aus dem alten vermissen.


Vielleicht hilft es schon ein bisschen zu wissen, dass auch andere Mamas dieses Gefühl kennen.


Wenn du dir wieder mehr Raum für dich wünschst

Nicht jedes schwierige Gefühl braucht sofort eine Lösung.


Manchmal braucht es zuerst einen Ort, an dem du aussprechen kannst, wie es dir eigentlich gerade geht.


Vielleicht merkst du, dass für dich selbst kaum noch Raum bleibt. Oder dass du dir ein Gegenüber wünschst, bei dem es einmal nicht darum geht, was dein Kind gerade braucht.


Genau hier setzt meine psychosoziale „Beratung für Mamas“ an: https://www.mamamiaberatung.com/beratung-fuer-mamas-wien

Dabei geht es nicht darum, deinen Alltag noch besser zu organisieren oder noch mehr zu schaffen.


Es geinsamkeit-als-mama-warum-der-alltag-voll-ist-und-trotzdem-etwas-fehlen-kanneht um dich und darum, gemeinsam hinzuschauen, was dich gerade beschäftigt. Wir schauen, was dir guttun könnte und wie auch deine Bedürfnisse im Familienalltag wieder mehr Platz bekommen können.


Wenn du merkst, dass du dir genau diesen Raum wünschst, melde dich gerne bei mir.

Du musst nicht erst warten, bis gar nichts mehr geht.

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